Donnerstag, 8. Oktober 2015

Unterstützt durch Produktplatzierungen

Hallo, ihr kessen Kirschen!

Passend zum herbstigen, trostlosgrauem Wetter habe ich heute eine Torte für euch hergestellt, deren geheimes Rezept seit Jahren in meiner Familie weitergereicht wird und mich an so manchen sonnigen Sommertag in meiner Kindheit erinnert, an dem meine ganze Familie zum Sonntagskaffee im lichtdurchfluteten Hof meiner Großeltern beisammensaß und wir eine wunderbare Zeit zusammen durchlebten, während mein Opa davon erzählte, wie er seine große Liebe kennengelernt hatte und mir meine Schwester Gänseblümchen in die Haare geflochten hat.

.. Nein, das war gelogen. Das Rezept hab ich mir ausgedacht und spontan zusammengeschustert, an meinen Opa kann ich mich nicht erinnern, wir haben im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses gewohnt und meine Schwester hätte mir höchstens Hamsterköttel in die Haare geflochten. Und naja, die Torte ist nicht für euch.
Außerdem habe ich mich damit abgefunden niemals als Foodbloggerin groß rauszukommen, da ich es nicht schaffe dauerhaft so malerisch wie eine bekiffte QVC-Verkäuferin zu schreiben, die wegen ausschweifender Esoterik aus der Puppenstunde geflogen ist.

Aber eine Torte habe ich trotzdem gemacht! Genauer gesagt, eine dekadente Schokoladen-Kirschtorte mit gefühlten 25 Schichten, die ein bisschen “mon cherie”-mäßig angehaucht ist, nur ohne Schnaps.

Ich bin zur Zeit krank. Mich hat ein furchtbarer Männerschnupfen aus dem Verkehr gezogen, weshalb ich mich jetzt zu Hause beschäftigen muss – und dank meines patentierten Medikamentencocktail bin ich sogar einigermaßen mobil im Umkreis von 10 Metern. Ausgerüstet mit einer Literflasche Sterillium habe ich mich an eine Geburtstagstorte gewagt, die ich eigentlich zur eigenen Dokumentation auf Instagram posten wollte. Mitten im Unterfangen ist mir aufgefallen, dass das trotz aller Multitaskingtalente unmöglich ist - und hey, wenn alle über neue Primarkunterhosen als OOTD bloggen können, kann ich das auch über Kuchen!

Es tut mir leid, dass meine Fotos aussehen, wie aus der Hüfte geschossene Handyfotos, aber da mein Fotograf ausgefallen ist, sind es welche. Die Marmortischplatte für besondere Augenblicke war zu schwer, um sie alleine auf den Tisch zu heben, und da meine handgedrechselte Elderbaumtafel gerade beim Nachschleifen ist, gibt es nur eine gepunktete Aldi-Wachstischdecke. Ach, dieser häusliche, heimelige Stil einfacher Leute – er kann manchmal so gemütlich sein, findet ihr nicht auch? :’)

20151008_131718Als Unterlage dient ein neutraler Mürbeteig. Im Hintergrund zeigt uns das absolute Chaos, dass meine Schränke nicht sonderlich gut sortiert sind, seufz! Vielleicht kann man da ja mal Abhilfe schaffen, zwinker!

Da die Torte für eine große Familie bestimmt ist, hab ich meinen Tortenring auf Anschlag gedreht und einen Boden mit 30cm Durchmesser gerollt

Den Mürbteigboden habe ich dann kurz vorgebacken, um einen zweischichtigen Boden zu machen, weil ich den einfach selbst am liebsten habe.

 

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Als der Boden dann aus dem Ofen kam, hab ich ihn mit Kirschmarmelade vom Discounter bestrichen, die meine Oma in der Einleitungsstory bestimmt selbstgekocht hätte, vom Kirschbaum im Garten. Leider hat mein Garten nur einen Sauerkirschbaum, der die winzigsten Früchte der Welt trägt und die gesamte Säure aller beleidigten Kirschbäume dieser Welt in sich konzentriert hat.

Und liebe Blogleserinnen: Um etwaige lesende Männer nicht unter Schock zu setzen, werden wir unsere Assoziationen mit diesem Foto nicht aussprechen, auch wenn es schwer fällt.

 

 

20151008_133659Dann kam Schicht Nr. 3, ein normaler Schokobiskuitteig, der direkt 20151008_133919auf dem bestrichenen Mürbteig gebacken wird, damit sie sich optimal miteinander verbinden.
Auch wenn ich immer soviel ins Lächerliche ziehe, bei Essen mach ich keine Scherze. Das ist der beste Tortenboden der ganzen Welt.

 

 

 

Dieser Biskuitboden wird vor dem Backen noch mit frischen Kirschen aus dem Glas gespickt und sieht dann folgendermaßen aus:

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20151008_150930Solange der Boden abkühlt, mache ich die Schokoflammerimousse, die ich dann daraufgebe und auskühlen lasse.20151008_163036

Ganz dezent in jedem Foto versteckt ist natürlich Produkt X, mit dem ihr jetzt “Wo ist Walter?” spielen könnt. Bei auffälligen Platzierungen müsste ich natürlich den Sponsor markieren, was ich bei diesem zufälligen und leicht geblurrten Erscheinen klug umgehen kann. Dies stellt sicher, dass ich weiterhin authentisch rüberkomme und ihr mich als Bloghummel von Nebenan ansehen könnt.

 

Als Topping bekommt die Schokomousse noch eine Schicht Kirschcreme. Das Foto vom Entstehungsprozess habe ich weggelassen, da es aussah, als würde ich Blutwurst kochen und dafür habe ich zu viele vegane Leser.

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Tada! Die fast fertige Torte! Nicht zu vergessen, meine patentierte, gelbe Glücksfußklammer. Wer meine Klammer disst, wird geblockt.
Eine Nacht im Kühlschrank, und wir können den Ring entfernen. Dabei entblößen wir die Schichten:

20151009_100823Von oben nach unten:

- Kirschpralinen
- Kirschcreme
- Schokomousse
- Schokobiskuit
- Geleeschicht
- Mürbeteig

 

Und so sieht das fertige Prachtstück aus. Mit so viel Deko, wie ich sie gerade noch ertragen kann:

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Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und diesen famosen Zeitvertreib, bei dem ich fast vergessen habe, dass mein Hals wehtut.