Mittwoch, 4. Dezember 2013

“StreetDance 3D” – Die verpasste Filmsensation des Jahres 2010

Oder auch: Facepalming 3D – Kopfschütteln war noch nie so lebensecht!

Urlaub haben und die neuen Sky Sender erkunden ist manchmal keine gute Kombination. Wisst ihr, ihr hab eigentlich eine recht hohe Scheiß-Toleranzgrenze, was Filme angeht. Ich kann nämlich ganz viel gut ertragen, wenn ich nur ein bisschen Zerstreuung brauche, wenn ich nebenher Haushaltskram erledige, häkele, Sachen sortiere oder so. 

Heute kam ich in den Genuss, den Höhepunkt der 2010er Filmindustrie näher zu begutachten.
Vermutlich werdet auch ihr noch nie davon gehört haben, aber es handelt sich um “StreetDance” (nicht in 3D, zum Glück.), ein britisches Meisterwerk mit ganz viel Dance und sehr viel Street.
Tanzfilme sind jetzt nicht gerade meine Lieblingssparte der Filmindustrie, aber hey, Center Stage und Dirty Dancing hab ich auch mal geschaut und ich war großer Fan der spanischen Telenovela “Un Paso Adelante” - dann kann das doch gar nicht so verkehrt sein, oder?

Ein kurzer Ausflug zur Handlung des Films: Carly, die blonde Hauptdarstellerin, ist mit Jay zusammen. Sie tanzen in einer Crew, die sich Jay20 nennt. (Riesen Pluspunkt für Jay, es ist mir immer gleich supersympathisch, wenn jemand ganz bescheiden seine Gruppe nach sich selbst benennt.) Dieser verlässt jedenfalls die Gruppe und seine Freundin, die daraufhin die Gruppe leitet, es total verkackt und den Proberaum verliert (Schock!).
Nach einem bisschen Blabla, Stress und Drama proben sie nun in der örtlichen Ballettakademie – und müssen einige der Ballettschüler mit durchschleifen. Natürlich läuft das alles auf einen höchst wichtigen Wettbewerb hinaus, den die Crew gewinnen will, was natürlich nur dadurch gelingt, dass sie erstaunlicherweise StreetDance und Ballett vereinen.
Sagt bloß, euch kommt der Plot bekannt vor?
Vielleicht.. Save the Last Dance 4.0 mit noch lahmerer Story?
(Selbstverständlich geht NICHTS ohne die obligatorischen Lovestorys, aber die lasse ich mal weg.)

Und der Film ist genau so lahm und vorhersehbar, wie man ihn sich vorstellt.
Wodurch kann er punkten? Durch die absolut unsympathischen Darsteller! Und dadurch, dass man so unglaublich viel über die Londoner Street Dance-Szene lernen kann!

  • Alle tragen immer Turnschuhe und Cappies. IMMER. Und Baggies. Aber nur, wenn man grad nicht sexy aussehen muss, dann trägt man so gut wie nichts.
  • Alle sind immer total Aggrobitchig drauf und schauen so angeekelt, als ob sie gerade das Katzenklo saubermachen.
  • Alle sprechen mit jedem (!) über alles (!) in diesem abfälligen “Jaaah, siiiicher, sie wollen mir doch sicher nur eins reindrücken, weil ich schwarz bin!”-Ton.
  • Keiner ist schwarz.
  • Außer die armen Friseusen mit billigen Synthetikklamotten, die im Einkaufscenter für Geld tanten müssen.
  • Alle Mädchen machen in ihrem normalen Alltag ständig Ausfallschritte und breitbeinige Gangstermoves zur Fortbewegung, auch während alltäglicher Besorgungen.
  • Blonde, zierliche Minimädchen aus gutem Hause bewegen sich und sprechen, als seien sie eine Ghettobraut aus der Bronx, wiedergeboren im Körper eines magersüchtigen Albino-Belugwalbabys.
  • Diese zierlichen Minimädchen wiegen ca. knapp 40kg und sprechen trozdem abfällig über Balletttänzerinnen, an denen “nichts dran” ist, die aber den doppelten Taillen-, Oberam- und Oberschenkelumfang haben.

Falls ihr die Chance habt, den Film zu sehen – das müsst ihr nicht, ich hab euch alles erzählt.
Aber ihr könnt euch vielleicht den Trailer anschauen, damit ihr das Belugawalbaby begutachten könnt, denn einen Lacher kann man doch immer mal gebrauchen.

1 Kommentare:

Mooseman hat gesagt…

Danke für den Lacher :D
Ich finde solche Filme ganz übel- was daran sehenswert sein soll, keine Ahnung. Aber es gibt genug Teenietanzfilme, die wohl eine Zielgruppe haben ^^

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