Montag, 18. Februar 2013

Ich hab die Beautyinnovationsmesse verpasst

Ich bin jetzt schon länger nicht mehr so wirklich "drin" in der Beautyszene, lese kaum noch Blogs, geschweige denn, dass ich YT-Videos schaue. Das einzige, was mir ab und an mal unterkommt, sind bei Twitter verlinkte Artikel und Bilder - und da merke ich jedes Mal, wie wenig ich up to date bin.

Bei der Hälfte der absurden Beautygadgets kann ich persönlich mir nicht vorstellen, dass das kein schlecht durchdachter Witz ist. Haben die Leiter der Innovationsabteilungen zusammen einen lustigen, feuchtfröhlichen Abend verbracht und darauf gewettet, wieviel Kohle sie durch die Neugierde vieler Pubertierenden einnehmen können?

Nehmen wir mal eine LED-Mascara, die man gut und gerne als Laserpointer verwenden könnte. Was bei Katzen funktioniert, funktioniert bestimmt auch bei jungen Mädchen!
Mal ehrlich, wer von euch schminkt sich denn wie oft am Tag seine Mascara nach? Im Dunkeln? Beziehungsweise brennt sich mit dieser strahlendhellen LED-Leuchte freiwillig Löcher in die Netzhaut, während er tuscht?
Dasselbe in Grün: LED-beleuchtete Lippenstifte und Lipglosse. Auch das mag ja wirklich nett gemeint sein, aber ich konnte das einmal live auf QVC oder HSE24 betrachten: Das Licht kommt in einem geballten Glücksbärchistrahl aus dem Gehäuse geschossen und macht schlimmere Schlagschatten als ein Lagerfeuer. Und sieht auch genauso unheimlich aus.

Im ersten Moment scheinen sie wirklich nützlich: Lippenstifte mit Spiegel. Leider denken 70% der Hersteller nicht so weit, den Spiegel auf dem Deckel anzubringen, sondern kleben diesen auf die Lippenstifthülse, die man beim Benutzvorgang in der Hand hält. So, und jetzt halten wir einen Moment inne und überlegen, ob das so nützlich ist. Ich kann jedenfalls nicht blind meinen Lippenstift konturengenau und sicher auftragen. Da nützt es mir auch nichts, wenn ich danach in den Spiegel blicke und darüber kichern kann, dass ich aussehe wie der Joker.

Zur Zeit offenbar auf allen Augen (und Wangenknochen, Dekolletés und Fußböden) - aufklebbare Silikonlidstriche. Für ein geklontes Grüppchen Barbies vielleicht eine tolle Sache, die müssen ja auch nicht blinzeln. Aber für Menschen mit unterschiedlichen Augenformen doch wohl größtenteils zum Scheitern verurteilt. Ich hab das zugegebenermaßen nicht ausprobiert, aber ich stell mir das auch vom Tragegefühl sehr unangenehm vor. Außerdem: Hallo? Wir sind Schminkblogger, die teilweise 45€ für einen Lidstrichpinsel ausgeben, da kleb ich mir doch kein Plastik in die Fresse. Und  unbedarfte Leute, die mit einem Kajal und einer Mascara glücklich sind, würden sich damit wohl eher einen Mikroschnauzbart kleben.

Vor allem in LEs verbreitet sind Glitzerpuder, Glitzerstäube und Glitzerflitter in allen Formen, Farben, Aggregatszuständen. Ich rede nicht von Highlighter, sondern wirklich von Glitzerpartikeln so groß wie Monaco. WER kauft sowas? Außer Olivia Jones jetzt?
Vor allem wird das Zeug nicht sparsam entnehmbar im Töpfchen angeboten, sondern mit fetten Puderquasten oder noch viel besser - in dekadenten Sprühfläschchen im Parfümlook mit Puff dran. Muss ich mir so vorstellen, dass der Durchschnittsteenie sich am Morgen zwischen den Outfitvarianten "Schlichtes Trägertop", "Romantisches Spitzenoberteil", "grobgestrickter Poncho" und einer Schicht massiven Glitzers entscheidet?

Ich bin so alt, ey.