Montag, 22. August 2011

Das verheerende Haar

Es macht mich wahnsinnig.

Ich befinde mich mitten in einem wichtigen Gespräch (sei es Arbeitgeber, Vorgesetzter, neue Bekanntschaften, bei Präsentationen) und versuche sehr interessiert auszusehen. Ich nicke fleißig, "aha!"e beständig und bin plötzlich, von jetzt auf gleich, in anderen Sphären.
Es kitzelt mich. Irgendwo. Im Gesicht, am Hals, am Auge.
Und es macht mich wahnsinnig. Dieses Haar. Dieses heruntergerutschte und undenkbar schlecht positionierte Haar.

Während ich also versuche, mir nichts anmerken zu lassen zu lassen, versuche ich mir in meinem Kopf eine Strategie zurechtzulegen, wie ich es ausfindig machen kann, ohne wie ein Idiot dazustehen.

Ich "aha"e, "oh"e,"hmhm"e und "tatsächlich?"e also weiter, während eine meiner Hände sich unauffällig auf die Suche macht.
Ich fasse mir übers Haar, ich streiche den Pony zurück - in absurd weit ausholenden Gesten, in der Hoffnung, ich würde es mit herausziehen. Nichts.
Ich "huste" und halte die Hand vor. Beim Zurückziehen der Hand grabbel ich hektisch meine komplette Wange ab. Mist. Immer noch nichts.

Mein Gegenüber aber schaut schon irritiert; ich muss eine Pause machen.

Oh mein Gott, es kitzelt! Ich werd wahnsinnig!
Okay, kein Panik, keine Panik. Es fühlt sich zwar beschissen an, aber es ist vermutlich so klein, dass es zumindest nicht scheiße aussieht. Noch nicht. Es muss sich aber irgendwo in Gesichtsnähe befinden, denn ich fühle mich bald genötigt, die Augen zusammenzukneifen und/oder zu niesen. Holy Shit. Ein Höllenhaar.

Ich gebe meine Tarnung auf und grabsche mir irgendwann hemmungslos ins Gesicht und an den Hals, fasse aber immer ins Leere.
Mein Gott, ich muss so bescheuert aussehen.
Plötzlich hört das Kitzeln im Gesicht auf. Ich habe wohl einen Erdrutsch in Gang gesetzt, und das Haar ist davongeschneckelt. Muahaha, K.O.!

Ich wende mich also wieder ernsthaft meinem Gegenüber zu, lächle entschuldigend, setze zu einem neuen "Ja wirklich?" an, setze mich nochmal gerade hin, rücke meine Brille zurecht..
.. und es kitzelt.

Im Dekollete.


Montag, 15. August 2011

Bierhefe- und Haarupdate (nach 15 Monaten)

Hallo, Mon Cheriés!

Aktuell habe ich nur zu sagen, dass..

.. meine Nägel seit diesem Post durchweg beschissen geblieben sind. Ich nehme meine Bierhefe, ich nehme mein Zink und meine Nägel sehen trotzdem aus, als hätte ich versucht, mich aus einer verschütteten Höhle zu befreien.
Des Rätsels Lösung ist wohl ein bombastischer Eisenmangel, der meinen Arzt ein bisschen erschreckt hat. Wenn die Anämie behandelt ist, sollte das wohl auch besser werden.

.. mein Haar sich splisst bis nach Polen. Ganz schlimm. Ich fürchte, meine 5€ Haarschneideschere ist mittlerweile stumpf und reißt mir die Spitzen kaputt. Der nächste geplante Friseurbesuch stet im September an, danach bestell ich mir eine neue Schere bei Basler.

.. meine Haarlänge sich seit dem letzten Post nicht wirklich geändert hat. Mysteriös!

.. ich im Moment eine schlechte Haut habe. Mitesserchen und Papula auf dem Kinn und der Stirn, Poren wie Scheunen auf ebendieser sowie in der Nasenumgebung. Ich bin ein grausames Monster.


Mittwoch, 10. August 2011

Barry Trotter und der sinnlose Schund

Ich bin ja sowohl leid- als auch trivialliteraturerpropt, denn ich lese wirklich viel geistloses, seichtes und stupides Zeug.
Seit Jahren stopfe ich quasi stumpfsinnige Banalitäten in meinen Schädel - und zwar inbrünstig gerne! Mein Traumjob wäre neben arbeitslos immer noch Autorin von 100-Seiten-Groschenromanen und glaube, ich wäre darin gar nicht mal so schlecht. (Jedoch stehe ich für die prüde amerikanische Teenieversion und werde meine Karriere ohne die großen A's (Adel und Ärzte) starten.)

Ich bin jedoch jetzt wirklich an meine Grenzen gekommen. Entweder ich hab mein Maximum an hohler Kacke gedeckt, oder ich werd erwachsen. (Sagt das Mädchen, das eben noch unglaublich über dieses Video abgefeiert hat).

Barry Trotter.
Was zum Henker ist das?! Das ist keine "schamlose Parodie", das ist nur hirnloser Scheiß. 

Eine Parodie ist eine spöttische Nachahmung, die Menschen zum lachen bringen soll.
Eine gute Parodie zeichnet sich dadurch aus, dass man dann stressinkontinent vor dem Fernseher/PC/Buch sitzt, debil grinst, sich die Tränen aus dem Augenwinkel wischt und sagen will: "JA GENAU!"

DIESE Parodie zeichnet sich dadurch aus, dass der Autor alle Charaktere einfach nur dumm, notgeil und homosexuell gemacht hat und - Achtung, der absolute Brüller! - alle Namen von Leuten, Orten, Dingen durch Namen ersetzt hat, die sich auf das Original reimen. (*badabum-tsch*!)

[...]

Zirp, zirp.

Über die geschmacklosen Witze will ich gar nichts sagen. Die waren nichtmal flach, die waren konkav.

Das Buch rangiert auf der Liste der sich-selbst-parodierenden-Parodien neben dem Feuchtgebiete-Gegenstück (keine Ahnung, wie das hieß.. bestimmt Trockenpflaume oder sowas.) auf Platz eins der miesesten Satiren, die ich jemans zu sehen, hören oder zu lesen bekommen habe.

Ich muss meinen Kopf wieder mit einem singenden He-Man freikriegen.

Donnerstag, 4. August 2011

Mehrfachvernichtungskapazität

Ich bitte darum, ab sofort folgende Wortkombinationen tunlichst zu vermeiden und auf sie zu verzichten, wenn möglich:


"in die Lidfalte wandern" - Mit Hut, Stock und Wanderstiefeln. Ich verstehe.

"ein AMU zaubern" - Und ich hexe ein glitzerndes Einhorn.

"Ins Körbchen gehüpft" - Die Aahh-Monsters sind ein Scheiß gegen springende Schminkprodukte.

"Lidschatten XY durfte mit" - Ein Lippenstift istsüßer als jeder ausgesetzte Welpe!

"ich habe gehault" - Und ich habe geheult. Als ich das gelesen habe.


Danke!




Mit freundlicher Unterstützung meiner Kommentatoren kann ich die Liste um folgendes ergänzen: 

"XY hat mich angelacht" - Oh, Liebes. Es gibt Leute, die dir helfen können!


"ist bei mir eingezogen" - Eine Millionen hübsche Clochards juchzen erfreut: Gutes Aussehen erhöht die Chance auf einen dauerhaften und legalen Unterschlupf bei Wildfremden!

"Heute hab ich mir mal den Lippenstift gegönnt" - im Gegensatz zu den anderen 76 Lippenstiften, die man sich voller Missgunst gekauft hat.

"anfixen" - Also ICH finde ja, ein Vergleich mit der Drogenszene ist gar nicht so verkehrt. Schließlich gibts auch hier Prostitution, einen Cold Turkey über die Feiertage, herumlungernde Jugendliche an dubiosen Bahnhöfsgeschäften am Sonntag und Todesopfer (beim Kampf um den gehyptesten Schimmerpuder).