Freitag, 11. Februar 2011

Julie & Julia.. und Viva, natürlich

Was liegt für mich als trivial-cineastisch begeisterte Bloggerhummel näher, als einen Film über eine bloggende Bloggerin anzuschauen? Nichts. Vor allem nicht, wenn es ums Essen geht.

Ich erzähle euch den Trailer von Julie&Julia mal in noch gekürzter Fassung:
Der Filmhandelt davon, dass Julia vor laaanger Zeit ein laaanges Kochbuch verfasst und laaange Zeit später schreibt Julie einen Blog darüber, wie sie innerhalb eines Jahres dieses Kochbuch Rezept für Rezept nachkocht.

Ihr habt den Trailer vielleicht gesehn und habt euch gedacht "Och, das hört sich ja süß an, könnte man sich durchaus angucken." und im selben Moment schon wieder vergessen. Das ist mir nämlich passiert.

Durch Zufall hab ich mir den Film zu Gemüte geführt und... nyaah. Also, prinzipiell war er ja wirklich nett. Und unterhaltsam auch. Und beigebracht hat er einem auch etwas. (BUTTER ist nie verkehrt, BUTTER kann man nie genug verwenden und frittierte Butter ist dann ein kochhandwerkliches und geschmackliches Meisterstück.Ernsthaft, wenn diese Mengen an Butter wirklich von jemandem aufgenommen werden würden.. fröhlichen Durchfall.)

Nehmen wir mal die Charaktere auseinander:
Julia. Die Alte. Knapp an der Grenze zu "älter", hat keinen Job, verweilt in Frankroisch, will MEHR sein als das, geht auf die Kochschule und lernt französisch kochen. Schreibt ein Buch. Wird gefeiert, olé.
Ich werde mit ihr nicht warm, sie ist für mich einfach der pradatragende Teufel und passt nicht dazu. Sie wirkt etwas unsympathisch.

Julie. Die Junge. Knapp 30, hat einen langweiligen Job, sehnt sich nach MEHR, will schreiben, will kochen und schreibt dann eben übers Kochen. Im Internet. Pure Naivität umspült einen, sobald sie den Bildschirm betritt. Sie schreibt einen Blog, Tage, Wochen, Monate.. und plötzlich ist sie auf Platz 3 der Blogcharts. "Nein, sag bloß, dass eventuell mehr Leute meinen Blog LESEN als tatsächlich KOMMENTIEREN? Verrückt!" - Wer hätte das gedacht. 
Es kommt natürlich der plötzliche Erfolg, ein kleiner Rückschlag, die große Ehekrise, ein kleines Knockout und dann wird zum Schluss doch wieder alles ok.

Ich weiß nicht, was ich erhofft habe, aber für die Prime Time auf RTL passt das doch ganz gut. Leichte Kost, unterhaltsam, sogar "auf wahren Begebenheiten", aber mit wenig Bloggerherzblut, würde ich sagen. Ein paar Slapstickeinlagen gibts auch obendrauf. Er unterhält an sich schon ganz gut, aber ich "musste" nicht kontinuierlich dranbleiben sondern bin zwischendurch kurz ruhigen Gewissens in die Küche, aufs Klo, an den PC..

Aber: 600 Rezepte in einem Jahr: Potz Blitz, da darf jemand keinen Tag außer Haus verweilen. Respekt an die echte Julie.

Ich bin irgendwie von allen blogbasierten Storys total enttäuscht. Egal ob Buch oder Film, ich krieg einfach keinen Draht dazu.. es liegt vielleicht auch an mir.
Was sagt ihr? Ihr bloggt doch auch alle. :D

Edit: Kacke, eigentlich wollte ich ja alle meine Posts mit Fotos garnieren, damit sie euch schmackhafter im Dashboard erscheinen. Sorry. Verpeilt!

13 Kommentare:

Schundliteratur hat gesagt…

Ich les dein Blog wegen deinen Texten, ich brauch keine Bilder ;)
Der Film hat mich mal so gar nicht angesprochen und Theme wie kochen und bloggen als Film? Neeee, das hört sich von vorne herein langweilig an. Im Trailer fand ich die ,,Alte'' schon furchtbar unsymphatisch @____@
Da guck ich mir lieber eine Folge Law&Order an. Da gibts alles was ich brauche Mord&Totschlag, Drama und ein Touch 90er.

strawbemmy hat gesagt…

wollte den film vor urzeiten sehen, habs irgendwie vergessen.

ich brauche übrigens keine bilder zu deinen posts!
bevor du dir jedesmal einen abbrichst und dann irgendnen schund ausm www hier verlinkst (das machen andere schon super gut! -.-), lasset lieber viva-style, ok? :D

Viva hat gesagt…

Dann muss ich mir also kein Sinnlosbild aus den Rippen schneiden. Erleichtert vermerkt! :D

Anonym hat gesagt…

Hey, du hättest dir die Klopausen vielleicht doch sparen sollen :-)) das Tolle an diesem Film ist doch die Liebesgeschichte der "Alten". Habt ihr schonmal eine so schräge Mann-Frau-Kombi gesehen wie Julia und ihr Diplomaten-Ehemann? DAS hat mir gefallen: Sie wird von einem durchaus begehrten Mann geliebt, ohne Modelmaße, ohne besonders feminin oder zart oder sonstwie typisch weiblich zu sein- sie ist kein bisschen langweilig, salat-frustriert oder autoaggressiv (wie es die DrehbuchautorEN eigentlich jeder Filmprotagonistin vorzuschreiben scheinen). Sie liebt das Leben, das Essen und nicht nur ihren Mann.
Hmm, so per Ferndiagnose hätte ich darauf getippt, der Film gefällt dir besser. Liebe Grüße!

Viva hat gesagt…

Ja, stimmt! Die Julia-Beziehung habe ich unterschlagen, die war wirklich toll angelegt.. aber dadurch, dass mir Julia so unsympathisch war, war ich davon wenig begeistert :D Vielleicht wär das mit einer anderen Schauspielerin anders gewesen, aber Meryl Streep urgst mich einfach irgendwie an. :/ Der Film hat echt gelitten darunter.

MyOne hat gesagt…

Hab den Film auch gesehen, und habe auch versucht mir auszurechnen, wenn die wirklich jeden Tag sowas tolles kochen, warum die nicht außeinander gehen wie Hefe und was das alles kostet. Die Szene mit dem Hummer war mir aber zu arg.. daran wäre ich gescheitert...

Shiva hat gesagt…

Jetzt, wo du es sagst, setz ich den Film gleich mal auf meine "Das muss ich alles in den Semesterferien lesen"-Liste :D
So viele Filme, die ich im Kopf hatte und wenn es drauf ankommt, sind sie alle weg.

Erwartet hab ich da von Anfang an nicht viel, aber ein Film muss ja nicht immer Tiefgang haben, um gesehen zu werden, oder? Manchmal muss das Hirn auch einfach mal Pause haben.

Auf den Blogger-Part bin ich mal gespannt. Aber mal ehrlich: Kann Hollywood wirklich die Leidenschaft darstellen, die uns antreibt? ;)
Welche blogbasierten Filme gibts denn eigentlich noch?

Mieke hat gesagt…

Ich hab nur das Buch gelesen, auf dem die ganze Geschichte basiert, und fand das ganze viel besser, weil es nicht so zwangsweise auf hollywood-story getrimmt war, sondern einfach echt. Die Sache ist ja wirklich wahr, den Blog von Julie gibt es auch noch im Internet.

Soraya hat gesagt…

Ich hab von dem Film noch nie was gehört... hört sich aber eigentlich nach einem seichten Sonntag-Nachmittag-im-Bett-bleib-Film an, bei dem man nicht nachdenken, sondern sich bloß berieseln lassen muss... natürlich eher, wenn der Kerl nicht zu Hause ist... *g*

http://inlovewith-life.blogspot.com

Rea hat gesagt…

Boah, im Ernst? Ich fühl mich wie beim Outing! Wie beim Coming Out!
Sorry Mädels - aber ich hab noch nie im Leben von diesem Film gehört ... bis du den Blogeintrag geschrieben hast, natürlich!
Ich geb zu: die Story klingt ein wenig hanebüchen, wenn man sie so liest - hallo? Sie kocht dann also einfach mal los, oder wie? - aber ansonsten... joa, ist wohl wirklich ein typischer RTL-Film, der die Bloggergeneration ansprechen soll. Gut, vermutlich schaut nur ein Bruchteil eben jener noch Fernsehen, aber davon abgesehen... vielleicht schau ich ihn mir auch mal an...

julia hat gesagt…

ich fand den film sehr sympathisch...
und der enorm englische akzent in julias französisch ist einfach mal hinreißend... hab ich mich gut unterhalten gefühlt (und nicht nur weil ich die namen der beiden damen irgendwie gut finde)

Judith hat gesagt…

Das Buch mochte ich sehr gerne, den Film fand ich hingegen etwas langweilig :)

Viva hat gesagt…

Das Buch hab ich bisher noch nie angeguckt, vielleicht, ganz vielleicht stöber ich mal im Blog, falls es den wirklich noch gibt.

Andere Bücher mit/von/über blogs sind Beispielsweise "Stadt, Land, Schluss" - die grausamste Kacke EVER! Auch nach echtem Vorbild und sie bloggt auch noch, aber meine Fresse, da hätt ich fast nicht durchgehalten.

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