Dienstag, 28. Oktober 2014

Den Arsch hochbekommen


Warum ist es eigentlich so schwer, sich einfach mal zu überwinden?

Ich weiß. Ich schreibe hier mit Leuten, die seit etlichen Jahren ununterbrochen bloggen, nie eine Postfrequenz von 4 Beiträgen pro Woche unterschreiten und sich täglich das Gesicht HD-Mörteln. Leuten, die jeden Tag Blogilates machen, 2x die Woche ehrenamtlich blinden Obdachlosen aus Paraguay vorlesen und  ihnen voller Herzenswärme Stoffeulen zum Kuscheln filzen. Solche Menschen, die neben einem Vollzeitstudium noch voller Inbrunst ihre Kalender mit bunten Locherschnipseln aus Blattgold und farbigem Tesafilm verzieren, auf dem sich zwei niedliche Wasserschweinchen auf einer Jugendstilranke paaren. Einfach nur, weil sie Lust drauf haben.

Ich hingegen komme mit einem lowleveligen Energie- und Komfortbalken von der Arbeit nach Hause und poliere “buhuhu”-machend meinen dunkelroten Stimmungskristall und kann mich nicht zu mehr aufraffen als zu tiefschürfender Langeweile.
Man würde gerne dies, oder könnte ja mal das, achja - außerdem wollte ich ja schon lange jenes. Aber bevor man die Zeit “vergeudet” mit Sachen, die nur Spaß machen, statt doch noch was für die Arbeit zu machen oder Wäsche zu waschen… ach guck mal, da witzige Katzengifs, und ups, schon ist wieder 22.30 Uhr.

Ich bewundere es, wenn jemand absolut in irgendeinem sinnlosen Scheiß aufblühen kann, nur weil es Spaß macht. Wirklich. Ich kann das nämlich nicht. Auch wenn ich wirklich Lust zu irgendetwas habe, bremse ich mich da ziemlich zügig selber aus, egal auf welcher Stufe der Sinnlosskala sich die Tätigkeit befindet – ist es nicht allgemein als nützlich oder notwendig anerkannt, tu ich mir schwer, einfach mal einer spontanen Lust nachzugehen.

Zum Beispiel … das Bloggen.
Bloggen. Hm. Ach, hm, nee. Ich weiß nicht. Lust hätt ich zwar, aber …
Nach einer Zeit ohne Bloggen und Bloglesen wachsen die Hemmungen doch nochmal merklich an. Ich hab doch eh alles verpasst. Nicht nur die langweiligen LEs, die mich schon lange nicht mehr "angefixt" haben nein – vor allem das Geläster! Alle Shitstorms, die ganzen Streits, wer sich welche Goodiebags unter den Nagel gerissen hat und wer wen hasst, weil er die schönere Suit auf Beautyevent XY bekommen hat. Und das Schreiben fehlt mir.
Man fühlt sich wie eine 3. Klässlerin, die als einziger den Kommunionsunterricht nicht mitmachen darf, weil sie nicht getauft ist und dann aufm Schulhof untern durch ist.
Bäm, dann ist man außen vor, weil man nicht dabei war.
Man ist die, die im Bauch Beine Po-Kurs nicht mal jammerfrei ihre Knöchel berühren kann, während alle anderen an ihren Füßen lutschen können. Die, die ein halbes Jahr im Ausland auf eine Kuhranch gearbeitet hat, nach Hause kommt und merkt: Scheiße, ich hab meine drei Lieblingskühe in der TK mitgebracht und hier sind alle vegan geworden. Eine, die sich in ihre Skinnyjeans hungert und merkt, Fuck, jetzt sind wieder Boyfriendjeans in.

Die Hälfte meiner Blogroll ist mittlerweile ausgestorben. Wer lebt denn überhaupt noch? Liest das hier noch jemand? Ist Blogger mittlerweile das Beepworld der 2010er Jahre, nur ohne animierte Pentragrammgifs?

Sonntag, 2. März 2014

Bitch, please.


Jeder kennt diese Menschen, die den Begriff “Fishing for compliments” prägen. Kennt ihr auch die Abart davon?
Während man wegen knubbeliger X-Beine und winkenden Oberarmen, die einem Flughörnchen Konkurrenz machen selbst schlaflose Nächte hat und vor sich großen Events am liebsten in einem Fitnessstudio (wahlweise auch in einem großen Kühlschrank, je nach Verzweiflungsgrad) einschließen möchte, gibt es eben jene Mädchen, die einem in solchen Momenten als liebste Freundin zur Seite stehen. Solche, die dann nicht nur verständnisvoll nicken, sondern so “selbstkritische” Kommentare abgeben, dass man nur noch mehr Komplexe auf seine Liste setzen kann.
Sie meinen es vermeintlich gut, aber während ich knapp an einem Weinkrampf vorbeischramme, will ich keine pseudotröstlichen Kommentare hören, die mich zum Hulk werden lassen.

“Ach Quatsch, so dünn ist dein Haar doch gar nicht. Außerdem.. sei doch froh, mein Haar ist so dicht, bei mir halten keine Haarklammern!”

“Ja, die Modeindustrie ist echt die Hölle. Ich passe mit meinen großen Brüsten in keinen handelsüblichen Pullover! HALLOOO, es gibt halt nicht nur Hungerhaken! Manche Frauen haben Kurven, auch wenn sie nur Größe 32 tragen!”

“Du hast eigentlich sogar echt Glück, dass du Single bist. Ich mein, ist ja ganz schön mit dem Mann, hergeben will ich ihn auch nicht, es ist einfach so schön zu zweit und wenn man weiß, dass man geliebt wird (…) und so, aber manchmal vermiss ich das ja schon, einfach mal einen draufmachen zu können.”

“Du hast recht, man sollte auf Natürlichkeit setzen, Ich nutze ja auch keine Mascara, weil meine Wimpern sonst so lang und dicht sind, dass ich ständig angesprochen werde, ob ich Fake Lashes trage.”

“Ach, sei doch froh, dass dich keiner anspricht. Mir rennen ständig die Kerle hinterher, seit ich vergeben bin, das nervt echt total.”

”Dauernd starren mir die Leute ständig in den Ausschnitt. Ich werde regelrecht auf meine Brüste reduziert, nur weil ich die 15 obersten Knöpfe meiner Bluste geöffnet habe – sei du mal froh, dass deine nur so groß sind wie die Macarons im Vapiano. Du hast solche Probleme nicht!”

Sehen wir mal der Tatsache ins Gesicht: In unserer Welt ist es ein ungeschriebenes Gesetz, sich harsch zu kritisieren zu müssen. Das schlimmste ist aber, wer es nicht tut, der muss wenigstens so tun, weil alles andere unangenehm auffällt.
Es fällt aber noch unangenehmer auf, wenn sich jemand so SCHLECHT selbst kritisiert. Leute. DAS kauft euch wirklich keiner ab. Eigenlob passt so schlecht in ein Batmankostüm.

So sehr ich es auch hasse, es ist einfach so. Auch wenn ich total gegen den Selbstbashingstrend bin und finde, dass sich jeder sich sich so akzeptieren sollte, wie er ist, bekommt man gleich ein schlechtes Bild von jemandem, der sich selbst lobt.

Natürlich, für das eigene Selbstbild ist es besser, seine Vorteile herausheben zu können und das Positive zu sehen – aber verdammt, MEIN Selbstwertgefühl findet es scheiße, wenn mir langbeinige Schönheiten mit Riesenmöpsen diese vorführen.

Da ist das einzige, woran man festhält und was einen schadenfroh trösten kann, der riesige Pickel auf der Stirn ebenjener Freundin. Der irgendwann, irgendwo einmal erscheinen und sie in die Verzweiflung treiben wird.
Und wenn er kommt, haben wir auch mal einen Spruch auf den Lippen.
“Ach, ist doch nicht so tragisch. Ich meine.. ich wär froh, wenn mein Camouflage-Make Up mal zum Einsatz kommen könnte. Aber ich krieg fast nie so monströse Pickel, also muss ich meine Paletten weiterhin im Schrank lassen. Seufz.”

Samstag, 22. Februar 2014

TMI Tag

Wie ihr euch vorstellen könnte, werde ich regelrecht mit Tags zugeballert. Ihr habt ja zum Glück Verständnis dafür, dass ich einfach nicht die Zeit aufbringen kann, neben meinem lebhaften Onlineleben in ein paar ausgewählten Plattformen und Communites mehr als 2 Tags pro Woche zu machen. (Klick hier für Twitter, Schminkblog, Instagram, Privatblog, YT-Kanal, CharityYTKanal, StylingYTKanal, Google+, meinen neuen Shop und natürlich den neuen  Gemeinschaftsblog mit meiner BFF. Vergesst nicht, zu abonnieren, zu liken und zu flattrn und den AdBlocker auszustellen. Das Internet lebt davon (und ich auch.))

Jedenfalls wurde ich mit diesem tollen Stöckchen von so vielen superlieben, ganz tollen Mädels beworfen, dass ich einfach nicht darum herum komme euch mit den Informationen über mich zu füttern, die interessanter nicht sein können. Ja, es waren gar so viele wunderhübsche Meeedchen, dass sie gar nicht alle aufzählen oder verlinken kann. Und wer sagt, dass ich das nur sage, weil die Videos und Blogposts gar nicht existieren, der wird geblockt.

1.Was trägst du gerade?
Das niedliche Outfit, das mir ASOS gesponsert hat, damit ich es hier erwähne.

2. Warst du jemals verliebt?
Ja. Mein Spiegelbild haut mich jedes Mal um.

3. Hast du eine schlimme Trennung durchgemacht?
Einmal einmal hatte ich mein iPhone zu Hause vergessen. Das war eine wirklich sehr, sehr schwere Doppelstunde Deutsch.

4. Wie groß bist du?
Perfekte 176cm. Alles abweichende ist mir zu trampelig groß und zu klein, weil man aussieht wie ein gestauchter hässlicher Zwerg ohne Bart. (Nachtrag nach Shitstorm: War natürlich nicht persönlich gemeint. Und außerdem seid ihr jetzt alle geblockt.)

5. Wie viel wiegst du?
Bei dieser Frage zieren sich ja offenbar alle. Auch wenn ich zur Zeit total unsporty und untrainiert bin und mir endlich mal in den Hintern treten muss, um meinen Personaltrainer fürs Sommerfigürchen wieder anzurufen, habe ich kein Problem damit, zuzugeben, dass ich zur Zeit fast 47 kg wiege. Mädels, steht doch einfach mal zu euch! Ihr seid wunderschön, auch wenn es euch mal geht wie mir, ihr mal ein bisschen sehr viel drauf habt und ein bisschen nach Jabba ausseht. Ich hasse mich.

6. Hast du Tattoos?
Ja, ein paar ausgewählte Stücke, die mir sehr viel bedeuten und eine aufregende und tiefgründige Geschichte erzählen. Ich werde euch aus persönlichen Gründen aber nicht verraten wo und was, weil mir das viel zu intim ist. (Nachtrag: Wen noch jemand einfach Fotos von meinem Tribalarschgeweihe hochläd, wird derjenige nicht nur geblockt, sondern ich schicke auch noch meinen Mann vor, der euch den Marsch bläst.)

7. Hast du ein Piercing?
Darüber möchte ich nicht sprechen. Das ist ebenfalls viel zu intim. Vermutlich, weil es in meinem Intimbereich ist, aber wer darüber mutmaßt, wird blockiert.

8. One True Pairing – Dein liebstes, fiktives Pärchen?
Ich gönne anderen keine glückliche Beziehung. Nicht mal, wenn sie nicht existieren.

9. Deine Lieblingsshow?
Ich warte noch auf eine Talkshow mit Herr Tutorial.

10. Deine Lieblingsband/Lieblingslied?
Habe ich nicht, ich mag alles, was sich nett anhört und ich a cappella in diverse Handykameras trällern kann, um von meinen Fangirls virtuell getätschelt zu werden.

11. Was vermisst du?
Meine superlieben Bloggermädels, die ich immer nur am Wochenende sehen kann, weil wir uns nur bei gut bezahlten Schminkevents treffen können. Kotz!

12. Was ist dein Sternzeichen?
Zwilling. Es kann nie genug von mir geben!

13. Was für Qualitäten im anderen Geschlecht bevorzugst du?
So viel Drang nach Selbstdarstellung, damit ich ihn ständig in meine Instagramselfies miteinbeziehen kann. Und er Boyfriendtags mitmacht. Und Großzügigkeit.

14. Dein Lieblingszitat?
”Frag mich nicht, ich bin nur ein Mädchen!”

15. Dein Lieblingsschauspieler?
Herr Tutorial.

16. Deine Lieblingsfarbe?
Das Neingrün, dass meine ganzen Hater annehmen, wenn sie meine explodierenden Viewzahlen sehen.

17. Laute Musik oder softe Musik?
Hauptsache copyrightfreie Musik.

18. Wie lange brauchst du zum duschen?
Je nachdem, wie viele Duschgels ich noch ausprobieren muss, um eine hingerotzte Review zu schreiben – 15 bis 45 Minuten.

19. Hast du dich jemals geprügelt?
Das würde ich niemals tun. Ich bin eher die subtile Rufmörderin.

20. Grund, warum zu bloggen angefangen hast?
Um der Menschheit zu helfen. (Nachtrag: Derjenige, der alte Forenthreads von mir namens “Wie mache ich meinen Blog berühmt und kriege Gratisprodukte” verlinkt, wurde geblockt. Alles gefaked. Echt.)

21. Deine größten Ängste?
Eine Ausbildung machen zu müssen, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

22. Der letzte Grund, aus dem du geweint hast?
Mein Mittagessen auf Instagram hat weniger als 103 Likes bekommen. Dabei hatte ich extra noch eine Blüte mit draufgelegt.

23. Wo warst du zuletzt?
Gestern abend bei Müller, um die neue Riesentheke von essence zu fotografieren. Erfolgreich und als erste im Bloggerkosmos. Ich habe dafür nur zwei Anfängerblogger, die mich um ein gemeinsames Foto gebeten haben, heimlich in der Mitarbeitertoilette eingeschlossen.

24. Lieblingsessen?
Ich ernähre mich nur von Almased und Bananen, um mir und meiner Sommerfigur etwas Gutes zu tun. Und nach ein paar Wochen schmecken Bananen für mich FAST wie Schokolade. Und auch wie Schnitzel. Echt!

25. Welche Instrumente spielst du?
Die Manipulationsharfe.

26. Dein Lieblingsschmuck?
Meine gebleachten Zähne. Bling!

 

Meine Süßen, fühlt euch alle herzlich getagged und macht bei diesem Fragebogen mit und schreibt mir euren Blogpost bitte in die Kommentare. Ich werde sie zwar gepflegt ignorieren, weil mich euer Scheiß nicht interessiert, aber ich freu mich immer, wenn ich euch eine Freude machen kann. Ciaoi!